Und in diesem Fall bedeutet das leider nichts Gutes. Denn Media-Markt scheint von seinen Mitbewerbern nicht viel zu halten. Auf die Konkurrenz prasseln derzeit etliche Abmahnungen ein. Betroffen sind überwiegend mittelständische Geschäfte, vor allem Online-Shops. Dafür verantwortlich zeichnet sich die Kanzlei des bekannten Wadenbeißers Rechtsanwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel. Dessen Kanzlei schießt aus allen Rohren, die Munition: Das Wettbewerbsrecht. Jede noch so kleine Lappalie wird gnadenlos ausgenutzt. Da wird ein falsch gesetzter Spiegelstrich bei der Auflistung von Produkteigenschaften in einer Werbeanzeige zur Irreführung der Verbraucher erklärt und dessen Streitwert mal eben auf 51.000 Euro angesetzt. Selbst wer die beiliegende Unterlassungserklärung unterschreibt darf dennoch zahlen, nämlich Gebühren und Honorar Steinhöfels.
Die Abmahnungen kommen aber nicht zentral von der Media-Saturn Holding, sondern von den einzelnen Media-Märkten, da jeder Markt als eigenständige GmbH auftritt. Eine gesteuerte Aktion diesen Ausmaßes von der Konzernzentrale wäre indes auch illegal. Volle Rückendeckung erhält Steinhöfel dennoch.
Anwalt Rolf Becker, Vertreter von fünf Dutzend Firmen
Manche Mandanten erhalten fünf Abmahnungen von drei verschiedenen Media-Märkten. Steinhöfel zieht nomadisierend durch die Republik, zu den Gerichten, wo er den größten Erfolg und die höchsten Streitwerte vermutet.
Die Media-Saturn-Holding hingegen, sieht im massenhaften Einsatz von Rechtsmitteln nur den Beweis, daß viele Konkurrenten gegen "ordentliches Kaufmannsgebaren und geltendes Recht gleichermaßen verstoßen, dadurch ihre Kunden täuschen und sich unrechtmäßig einen Wettbewerbsvorteil erschwindeln".
Media-Markt-Sprecher
Wenn die bei der Blutgrätsche Ertappten mit Zeitverzug zu Boden sinken und theatralisch Vernichtungsfeldzug hauchen, entbehrt das nicht einer gewissen Chuzpe.
Dabei ist es nicht das erste mal, dass Media-Markt seine Marktmacht gnadenlos ausnutzt. Bereits vor zehn Jahren blies der Media-Markt zur "Jagd auf Mittelständler". So wurden damals Testkäufer von Media-Markt zur Konkurrenz geschickt um dort so lange zu feilschen, bis sie mehr Rabatt erhielten als gesetzlich erlaubt war. Anschließend wurde Steinhöfel auf sie gehetzt. Das sorgte für soviel aufsehen, dass auch die Politik sich einmischte. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder schrieb an den Metro-Chef Erwin Conradi:
Ein Wettbewerb, der letztlich nur noch dadurch bestimmt ist, wer über die besten finanziellen und personellen Ressourcen verfügt, um Gerichtsverfahren durchzuführen, ist nach meinem Dafürhalten nicht akzeptabel, da er zur Vernichtung mittelständischer Strukturen führen muß.
Dem Bundeskartellamt musste Media-Saturn damals Zusagen, kleine Konkurrenten künftig nicht mehr mit Unterlassungsklagen und kostspieligen Prozessen zu überziehen, wenn sie gegen das Rabattgesetz verstoßen. Fast 10 Jahre lang war es nun verhältnismäßig ruhig aber die Online-Shops befinden sich momentan in einer Boomphase und auch der Media-Markt ist seit dem 09. November 2005 mit Media-Online verstärkt im Onlinehandel tätig. Ein Schelm, wer Absicht und Methode dahinter vermutet. 
Reiner Heckel, ehemaliger Landesgeschäftsführer MM Holland
Das Ziel von Media-Markt und Saturn sind monopolistische Strukturen. Die verfügen über Geld, Macht und Brutalität ohne Ende.
Auch vor Bloggern schreckt der MediaMarkt und sein Vollstrecker Steinhöfel nicht zurück. Nach einem, sagen wir mal etwas aufgebrachten Beitrag (Können Märkte brennen?) über die nervigen TV-Spots greift Steinhöfel und seine Kanzlei auch hier in die Vollen. Die ganze unglaubliche Geschichte ist unter Steinhöfel strikes again nachzulesen.
Quellen:
Artikel FAZ: Media-Markt - Die größte Sauerei des Jahres
Die Welt: Metro-Tochter beendet Kleinkrieg
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