Ja, Ihr habt richtig gelesen. Die Deutsche Nationalbibliothek soll das deutsche Internet archivieren. Das sagt das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek vom 22.06.2006. Na, klingelt bei dem Datum irgendwas?
Rrrrichtig, WM 2006. Zwei Tage vor dem Achtelfinale der deutschen Mannschaft gegen Schweden.
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung bemerkt dazu folgerichtig:
Manche Gesetze haben einfach nicht das Zeug, rechtzeitig von der Öffentlichkeit bemerkt zu werden. Das "Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek" ist so eines.
Nun, abgesehen von der vollkommen abstrusen Idee, daß ganze deutsche Internet archivieren zu wollen, gibt es da auch noch ein paar andere nette Kleinigkeiten in dem Gesetz.
So ist tatsächlich jeder Bürger der ein Webangebot bereithält verpflichtet, innerhalb einer Woche auf eigene Kosten sein Projekt vollständig bei der Nationalbibliothek einzureichen. Andernfalls droht eine Ordnungswidrigkeitenstrafe von bis zu 10.000 Euro. Es versteht sich von selbst, daß jede Änderung nachgereicht werden muss. Dabei bezieht sich das Gesetz nicht nur auf Webseiten sondern auch auf Foren, Blogs, Gästebücher, Kommentare, Multimediainhalte sogar Projekte die Paßwortgeschützt sind.
Interessant ist auch der personelle und materielle Aufwand, mit dem die Nationalbibliothek das "Deutsche Internet" archivieren soll. 21 bis 28 Mitarbeiter, mit einem Budget von zunächst 1,9 Millionen Euro jährlich, später 2,9 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Zum Vergleich: Google beschäftigte 2005 ca. 6580 Mitarbeiter und setzte mehr als 10.000 Servern daran, das weltweite Internet durchsuchbar zu machen.
Na dann man ran an die Bulleten Jungs und Mädels von der Nationalbibliothek.
Das Gesetz ist kein Aprilscherz, es ist tatsächlich so beschlossen worden und bereits in Kraft getreten. Und, heute schon Deine Website abgeliefert?
Quellen:
www.haz.de
www.sueddeutsche.de
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