Datenstaub
Freitag, 21. März 2008
Es regte sich kaum noch etwas im OpenWengo-Lager. Irgendetwas war im Busch. Im November 2007 dann die ernüchternde Nachricht. Aus finanziellen Gründen hat sich Wengo dazu entschlossen, die Funktion als Maintainer für WengoPhone aufzugeben. Der Fokus von Wengo wird sich mehr auf den Aufbau eines Online-Wissensmarktplatzes konzentrieren. Alle angestellten Entwickler, die Hauptsächlich für die Programmierung und Betreuung von WengoPhone verantwortlich waren, wurden gekündigt. Die Gründung einer neuen Firma und die Übernahme von WengoPhone durch einige Programmierer scheiterte. Das endgültige aus für den einstigen Open-Source-Herausforderer von Skype schien damit besiegelt.
Doch nach einigen Monaten erneuter Stille, ist nun glücklicherweise ein neuer Unterstützer gefunden worden. Vadim Lebedev, CTO bei MBDSys wird WengoPhone unter dem neuen Namen QuteCom weiterentwickeln. Vadim Lebedev war seit Beginn an bei WengoPhone dabei, entwickelte u .a. als fester Programmierer bei Wengo den ersten Prototypen.
Wünschen wir Vadim, MBDSys und der WengoPhone\ QuteCom Community viel Glück bei der Weiterentwicklung des hoffentlich Besten Open-Source SIP-Phones der Welt. ![]()
Ich werde auch weiterhin meine Unterstützung bei der Übersetzung der GUI ins deutsche beisteuern.
Dienstag, 28. August 2007
Die fehlerbereinigte Version 2.1.2 aus der stabilen 2.1-Serie von WengoPhone behebt zahlreiche Probleme inklusive des Security Advisory CVE-2007-4366. Wir bedauern, dass die Person die das Problem entdeckt hat, zuerst die BUGTRAQ Mailingliste informiert hat, ohne parallel (oder a priori) die OpenWengo Community zu informieren. Dies führte zu einer zweiwöchigen Gefährdung für unsere Nutzer. Die neue Version steht auf den FTP-Servern von OpenWengo, zu erreichen unter openwengo.org, zum herunterladen bereit.
Wir geben außerdem die Veröffentlichung von WengoPhone 2.2 alpha 1, der ersten Vorversion des nächsten Stable-Release, bekannt. Diese Version ist zum testen für die Community und die Packager gedacht, bevor die finale Version die momentane 2.1-Serie ersetzt.
Die neue Version enthält einige neue Funktionen und Verbesserungen, inklusive einer Aktualisierung der Programmbibliothek phapi, welche das Telefon- und API für WengoPhone bereitstellt. Die neue phapi Version unterstützt IPv6, eine verbesserte NAT-Traversal und mehr. Drittanbietern haben wir es zudem einfacher gemacht, WengoPhone einem Rebranding zu unterziehen, um es mit ihrer eigenen SIP-Plattform zu verwenden. Die 2.2-Serie basiert auf QT 4.2.
Via blog.openwengo.org von Dave Neary
Mittwoch, 16. Mai 2007
Nach einem kurzen Releasezyklus von 6 Monaten, ist nun das nächste bedeutende Upgrade für WengoPhone verfügbar. Diese Version stellt in zahlreichen Bereichen eine enorme Verbesserung gegenüber den vorangegangenen Versionen da:
Interoperabilität
Die einfache Konfiguration eines SIP-Zugangs für einen anderen Anbieter als Wengo wurde integriert. Durch dieses schon lange geforderte Feature hat der Benutzer die freie Wahl, welche Telefonieplattform bzw. welchen Anbieter er benutzen möchte. Inklusive des eigenen privaten SER-, OpenSER- oder Asterisk-Server. Zudem sind erhebliche Anstrengungen in die Verbesserung der Interoperabilität zwischen WengoPhone und anderen SIP-Clients geflossen.
Sicherheit
Sofern Ihre Plattform oder Ihr Anbieter es unterstützt, können Sie sichere PC-zu-PC Gespräche über sRTP, mit Hilfe des Standard AES128 Verschlüsselungsalgorithmus, mit WengoPhone führen. Wenn Sie ein kleines Vorhängeschloss im Anruf-Fenster sehen, können Sie sich sicher sein, dass keiner Ihre Gespräche belauscht.
Usability
Das gesamte Interface war Gegenstand einer Usabilitystudie. Hunderte kleine Feinarbeiten machen es einem nun angenehmer WengoPhone zu benutzen. Alle Buttons haben Tooltips erhalten und geben eine optische Rückmeldung, das sie anklickbar sind. Das Interface ist nur mit der Tastatur bedienbar. Chat-Protokolle werden gespeichert und Sie sehen Ihre kürzlich geführten Diskussionen, wenn eine neue beginnen.
Sprachen
Vielen Dank an die Übersetzer-Gemeinschaft bei Launchpad und dem Übersetzungsteam von OpenWengo. Diese Version ist zu 100% in 13 Sprachen übersetzt worden - Englisch, Französisch, Spanisch, Katalanisch, Italienisch, Deutsch, Portugiesisch, brasilianisches Portugiesisch, Schwedisch, Türkisch, Bulgarisch, Tschechisch und Polnisch. Wenn Ihre Sprache nicht aufgeführt ist, dann nichts wie hin zu Launchpad und ran an die Übersetzung - sie wird dann in Version 2.1.1. integriert.
Mac und Linux Unterstützung
Mac und Linux sind nun wirklich Bürger erster Klasse im Projekt. In Version 2.0 haben wir uns auf neue Features und die Stabilität unter Windows konzentriert. In dieser Version haben Verbesserungen im Thread Handling, die Integration eines reinen ALSA Backends für Linux, und Wochen die nur auf die Stabilität unter Linux fokussiert waren zu einem echten Cross-Plattform Softphone geführt. All diese Arbeiten haben aber auch dazu beigetragen, WengoPhone unter Windows zu festigen.
Die Installationspakete können unter OpenWengo.org, und die Quelldateien (sowie mehr Informationen wie man das Projekt unterstützen kann) von der Entwicklungs-Website heruntergeladen werden.
Samstag, 24. Juni 2006
Warum nicht Skype?
Das Nachteilige an Skype ist nicht so sehr, dass es proprietär ist, dass größere Problem ist vielmehr die Verwendung eines geschlossenen und proprietären Protokolls zur Kommunikation. Die Software ist mit anderen VoIP-Angeboten, welche mit den offenen Standards SIP oder H.323 arbeiten, nicht kompatibel. Nun, was heißt das? Das heißt, Benutzern von Skype ist es nur erlaubt, mit anderen Benutzern von Skype zu kommunizieren.
Wo liegt das Problem?
Übertrag dieses Konzept doch einfach mal auf die ganz normalen Festnetztelefone. Stell Dir vor, Du bist z. B. Kunde bei der T-Com und Du möchtest einen Freund anrufen der aber bei HanseNet ist, was würde passieren? Dein Freund müsste sich ein Telefon von T-Com kaufen oder extra einen zusätzlichen Anschluss bei der T-Com beantragen. Klingt ärgerlich, oder?
In der Welt der Software können Softphones, welche offene und freie Standards wie SIP benutzen, untereinander kommunizieren. Mit Skype ist das unmöglich.
Wen interessiert es? Lade ich mir halt Skype runter, kostet doch nichts.
Sicherlich, vielleicht hast Du für den Moment damit recht. Aber was ist, wenn in Zukunft fast alle VoIP-Benutzer nur noch Skype benutzen und die erhältliche VoIP-Hardware ausschließlich Skype kompatibel ist? Skype könnte sich entscheiden seine Software nicht mehr gratis zur Verfügung zu stellen, sondern nur noch gegen Bezahlung. Dieser Vorgang wird "Vendor lock-in" oder in deutsch "Herstellerabhängigkeit" genannt und ist gängige Praxis bei Softwarefirmen. Es bezeichnet den Vorgang, Benutzer gratis zur Nutzung einer Technologie zu bewegen, um anschließend, wenn sie nahezu Standard geworden ist, unfaire Gebühren zu erheben, da nun ein Umstieg von dem de facto Standard viel zu teuer kommen würde.
Am wichtigsten aber, es ist undemokratisch die Macht über ein Kommunikationsmittel in der Hand einer einzigen Instanz zu belassen, besonders wenn diese Instanz ein geheimes Protokoll benutzt, das nur von Ihnen kontrolliert werden kann, einem auf Profit ausgerichteten Unternehmen. Auf Grund dessen wird Skype auch in vielen Unternehmens-Netzwerken nicht zugelassen, da die eingesetzte Technologie von den Verantwortlichen als sicherheitstechnisch fragwürdig eingestuft wird. Des Weiteren erzeugt der Betrieb von Skype durch seine P2P-Technologie permanenten Datenverkehr, der sich im Monat auf einige Gigabyte belaufen kann, ohne auch nur ein Telefongespräch geführt zu haben.
Und, fühlst Du Dich wohl dabei, Deine Freiheit und Privatsphäre für ein wenig Massenware von Skype zu verlieren? Ist Dir Deine Freiheit so wenig wert?
Was soll’s? Dann benutze ich eben kein Skype mehr und nehme eine andere gratis Alternative.
Tja, schau Dir an was in den Büros passiert. OpenOffice und GNU\Linux sind Freie Software und gratis erhältlich aber der Wechsel geht nur sehr langsam voran. Aber warum? Der Wechsel in eine andere Technologie, besonders für Firmen, ist eine sehr kostspielige Sache, besonders wenn es um Hardware geht. Denk an all die schönen skype-kompatiblen Telefone die Dein Chef gekauft hat. Skype zu benutzen, ist wie von einer Droge abhängig zu sein. Es wird hart und kostspielig sein davon los zu kommen, auch wenn der Dealer unfaire Gebühren von Dir verlangt. Wenn Du Skype benutzt, legst Du Deine Zukunft in das Wohlwollen von eBay Inc. und Skype Corp..
OK, ich bin überzeugt. Wie kann ich das vermeiden?
Benutze einfach nicht Skype oder hör’ auf damit. Es gibt viele Alternativen, die Standardprotokolle wie SIP benutzen. Erzähl Deinen Freunden und Verwandten von den Alternativen. Ich bin ein starker Anhänger von freier und Open Source Software. Daher empfehle ich Dir WengoPhone. Die Software ist darüber hinaus gratis erhältlich. Die Übersetzung der deutschen Classic-Version sowie der neuen Version 2.0 stammen u. a. von mir.
Mehr Werbung für WengoPhone mache ich dann aber in einem anderen Artikel. ![]()
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